„Politik: mehr als Theater?!“ – Mit Tempus fugit Demokratie lernen


Demokratie ist kein Selbstläufer und muss als Grundrecht immer wieder von sich selbst überzeugen, vor allem die junge Generation. So gehört Demokratiebildung zu den wichtigsten Aufgaben der Schule und Gesellschaft, insbesondere heutzutage, als sie unter Druck gerät und von vielen in Frage gestellt wird. Dabei gilt es, die Schülerinnen und Schüler für den verantwortungsvollen Umgang mit Demokratie zu sensibilisieren und bei diesem Prozess zu unterstützen.
Demokratie erfahren, lernen und erproben – all das bietet das Projekt „Politik: mehr als Theater?!“, angeboten vom Freien Theater Tempus fugit aus Lörrach, unter der Leitung von Karin Maßen, und gefördert von der Konrad-Adenauer-Stiftung. Das Ziel des Projekts, das am 29.11.2019 am Gymnasium Schönau mit den Schülerinnen und Schülern der 10. Klassen durchgeführt wurde, ist es, die Jugendlichen zu ermutigen, sich mit dem Begriff „Demokratie“ auseinanderzusetzen, zu erleben, wie Demokratie funktioniert und welche Bedeutung der Einzelne für eine Demokratie hat. Dabei werden die Schülerinnen und Schüler mit in das Geschehen auf der Bühne einbezogen und beeinflussen so aktiv den Prozess der Demokratiebildung. Tempus fugit vermittelt nicht nur politisches Wissen, sondern macht Demokratie erlebbar und spürbar durch die Partizipation jedes Einzelnen. Das Projekt schult und trainiert außerdem, dass die Jugendlichen sich als einzelne Bürger in demokratischen Prozessen orientieren und eigene Positionen finden.
Am Gymnasium Schönau vergangenen Freitags hat das interaktive Theaterstück Schülerinnen und Schüler angeregt, ihre eigene Haltung sowie die Bedeutung von Demokratie zu reflektieren. So wurde im großen Plenum sowie in kleinen Arbeitsgruppen diskutiert, was Politiker von heute ausmacht und wie politische und gesellschaftliche Anliegen vertreten werden sollten. Die 10. Klässler haben unter anderem versucht, die Antworten auf folgende Fragen zu finden: Wer kann bzw. soll mich repräsentieren und was ist dafür notwendig? Darüber hinaus wurde das aktuelle Phänomen in der politischen Landschaft – die Massenbeeinflissung - unter die Lupe genommen und auf der Bühne aufgearbeitet. Außerdem wurden politische Reden analysiert und auf deren Überzeugungskraft überprüft. Dabei wurde festgestellt, dass es nicht einfach ist, in einer polarisierten Zeit, in der die neuen Medien einen immer größeren Einfluss auf die öffentliche Meinungsbildung nehmen, zwischen Sachlichkeit bzw. Fakteninhalt und Manipulation zu unterscheiden.

Die Schauspieler von Tempus fugit waren beeindruckt von der aktiven Beteiligung und der Tiefe der Beiträge der Gymnasiasten und lobten das politische Verständnis der Schülerinnen und Schüler. Ihrerseits haben die Schülerinnen und Schüler die ungezwungene und vertrauenswürdige Atmosphäre, die die Schauspieler kreiert haben, positiv hervorgehoben. „Wir haben uns ernst genommen gefühlt“, so eine Schülerin. Nach einem langen und anstrengenden Tag meinte eine andere Schülerin: „Schade, dass es vorbei ist, ich würde noch weiter machen!“
Das Projekt „Politik: mehr als Theater?!“ hat gezeigt, dass die junge Generation sich durchaus für die politischen Themen interessiert und imstande ist, sich für demokratische Normen einzusetzen und eigene politische Meinung zu bilden. Die Erwachsenen stehen nun in der Verantwortung, mehr Spielraum für die Übernahme der Verantwortung der jungen Generation zu bieten.


Verfasser: Zoulfia Schreiber

 

 

Gymnasium Schönau

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